In den neunziger Jahren kam das Wort Gutmensch auf, mit den Flüchtlingsdebatten hat es wieder Konjunktur – als Kampfbegriff gegen jene, die sich politisch engagieren.
Notorisch, ewig, eifrig, überzeugt, klassisch, grün, links, naiv, selbsternannt, moralisierend und heuchlerisch – das alles kann ein Gutmensch sein, gemäss den Belegstellen des Wörterbuchs der deutschen Sprache. Der Gutmensch ist permanent betroffen und schwingt gerne Keulen: die Holocaust-, Auschwitz- oder ganz allgemein die Moralkeule. Damit schlägt er zwar niemanden tot, aber er nervt gewaltig.
Niemand würde sich selbst als Gutmenschen bezeichnen, denn im Wort Gutmensch verschmilzt der Mensch mit seiner Moral: Er kann gar nicht mehr anders als gut sein, und damit erhebt er sich über alle anderen. Dies zumindest unterstellen ihm jene, die ihn so nennen. «Der Gutmensch ist nicht im eigentlichen Sinn gut, sondern er behauptet das nur», so auf Wikimannia. Ein Gutmensch heisst zum Beispiel Flüchtlinge willkommen, doch ein Zimmer in seiner Wohnung würde er ihnen natürlich nicht anbieten.
Der Gutmensch ist eine relativ neue Spezies unserer Gattung. Für die oft geäusserte Vermutung, dass der Begriff dem Nazideutschen entstamme, fehlen Belege, auch bei Nietzsche findet man nur den Gedanken, nicht das Wort. 1985 wurde es kurioserweise vom «Forbes Magazine» verwendet, als Bezeichnung für den damaligen Gewerkschaftsführer Franz Steinkühler, doch richtig los ging es erst in den neunziger Jahren. Kurt Scheel und Karl-Heinz Borer brachten den Begriff im «Merkur» ins Spiel, laut Scheel «als süffisante, Heiterkeit erzeugende Bemerkung angesichts eines berufsmässigen Moralisten». Dann folgte Klaus Bittermanns «Wörterbuch des Gutmenschen», gegen «Betroffenheitsjargon und Gesinnungskitsch».
Im Duden gibt es das Wort erst seit dem Jahr 2000. Der Komplementärbegriff «Schlechtmensch» findet sich nur im Internet. Am anderen Pol des Menschlichen nennt der Duden nur den Unmenschen, vorzugsweise in Formulierungen wie «kein Unmensch sein», also eben doch ein Mensch, und dieser ist, das folgt daraus, per se gut. Im Jiddischen bezeichnet «mensch» eine Person von Integrität und Charakter, und zwar so überzeugend, dass das Wort ins amerikanische Englisch Eingang gefunden hat: «a real mensch» ist alles andere als ein Gutmensch.
Der konkrete Vorschlag für eine entsprechende Ergänzung des Strafgesetzbuchs lautet: „Wer in einer Weise, die geeignet ist, die Abwehr der Klimakatastrophe zu stören, verächtlich zu machen oder gänzlich zu verhindern, wird mit einer Geldstrafe von bis zu 300 Tagessätzen bestraft. Im Wiederholungsfall ist die Strafe Haft“.
Der Kolumnist gibt hiermit zu Protokoll, dass er gelobt, nie wieder abträgliche Bemerkungen über Friday’s for Future und / oder seine Repräsentant*innen zu machen – außer diesem einen Mal. Also schauen Sie rein – noch geht’s ohne Geldstrafe.
Herzlich Ihr Jan Fleischhauer
Deutsche Umwelthilfe beantragt Beugehaft gegen Kretschmann
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Im Streit um die Dieselfahrverbote hat die Deutsche Umwelthilfe Beugehaft für Mitglieder der baden-württembergischen Landesregierung beantragt, darunter der grüne Ministerpräsident Kretschmann. Der macht deutlich, dass er von Verboten nichts hält.Quelle: WELT
Im Visier sind Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) sowie der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer.
Deren politisches Handeln sei entscheidend für die Frage, ob das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes umgesetzt werde, argumentierte die Umwelthilfe.
Die Organisation beantragt Gefängnishaft für bis zu sechs Monate, sollte das vom Bundesverwaltungsgericht bestätigte Urteil des Verwaltungsgerichtes Stuttgart vom Juli 2017 nicht umgesetzt werden. Demnach muss der Stuttgarter Luftreinhalteplan auch zonale Fahrverbote für Euro-5-Diesel in der bereits existierenden Umweltzone enthalten.
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