„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!

Die Überschrift stammt von Martin Luther der ja so eng mit der Reformation verbunden ist.Heute ist nun Reformationstag, aber welchen Feiertag begehen wir damit eigentlich ?

Der beiliegende Artikel will darauf einige Antworten  geben:

1.Was ist Reformation?

1.)Reformation (lateinisch reformatio „Wiederherstellung, Erneuerung“) bezeichnet im engeren Sinn eine kirchliche Erneuerungsbewegung zwischen 1517 und 1648, die zur Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen (katholisch, lutherisch, reformiert) führte.Die Reformation wurde in Deutschland überwiegend von Martin Luther, in der Schweiz von Huldrych Zwingli und Johannes Calvin angestoßen. Ihr Beginn wird allgemein auf 1517 datiert, als Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben soll, aber ihre Ursachen und Vorläufer reichen weiter zurück. Als Abschluss wird allgemein der Westfälische Frieden von 1648 betrachtet.Link 1

2.)95 Thesen von Martin Luther

Thesentür an der Schlosskirche in der Lutherstadt Wittenberg

Martin Luthers 95 Thesen ––, in denen er gegen Missbräuche beim Ablass und besonders gegen den geschäftsmäßigen Handel mit Ablassbriefen auftrat, wurden am 31. Oktober 1517 als Beifügung an einen Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg, Albrecht von Brandenburg, erstmals in Umlauf gebracht.

Da eine Stellungnahme Albrechts von Brandenburg ausblieb, gab Luther die Thesen an einige Bekannte weiter, darunter Wilhelm und Konrad Nesen, die sie kurze Zeit später ohne sein Wissen veröffentlichten und damit zum Gegenstand einer öffentlichen Diskussion im gesamten Reich machten.

Die Historizität des Thesenanschlags, bei dem Luther seine 95 Thesen am Samstag, den 31. Oktober 1517 eigenhändig an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben soll, ist umstritten:

Hier beispielhaft ein paar einzelne Thesen:  

8–9: Die kirchlichen Bestimmungen über die Buße und das Erlassen von Strafen gelten nur für die Lebenden, nicht für Verstorbene.

75–76: Der Ablass kann keine schwerwiegenden und auch keine geringfügigen Sünden vergeben.

84: Warum kann ein gottloser Mensch gegen Geld Sünden vergeben?

86: Warum baut der reiche Papst nicht wenigstens den Petersdom von seinem Geld?

94–95: Man soll die Christen ermutigen, Jesus Christus nachzufolgen, und sie nicht durch Ablassbriefe falsche geistliche Sicherheit erkaufen lassen

3.)Liest man die Thesen aufmerksam, könnte die Idee aufkommen, auch heute wieder Thesen an die Herrschenden zu formulieren und zum Beispiel an den Reichstag zu schlagen,wie z.B.:

  1. Warum baut das reiche Deutschland nicht wenigstens 1 Mio Wohnungen von seinem Geld.
  2. Warum werden in Deutschland keine allgemein gültigen Werte formuliert, die über die Gesetze hinaus das allgemeine Zusammenleben, die Ziele der Gesellschaft, die Traditionen und die ethischen Einstellungen regeln?Dieser Wertekanon muss Richtmaß für das Verhalten aller Deutschen und aller Asylsuchenden bzw. Flüchtlinge sein!
  3. Religionsfreiheit gilt nur insoweit als es  die Freiheit des Einzelnen nach dem Wertekanon  unserer Gesellschaft  nach 2. Und 3. nicht verletzt!
  4. Das Tragen von Burkinis, Ganzverschleierung (Burka), Ungleichbehandlung von Frauen, Ungehorsamkeit gegenüber der Polizei oder gegenüber Ermittlungsbehörden, Ungehorsamkeit gegenüber Leistungsbehörden z.B. auf Sozialem Gebiet muss verboten werden.
  5. Ungehorsamkeit von Fremden und ansässigen Bürgern gegenüber der Schulpflicht ist zu verbieten.
  6. Warum werden den Bürgern bei den Finanzüberschüssen des Bundes der Länder und der Kommunen nicht die Steuern gesenkt?
  7. Warum gibt es keine Wehrpflicht?
  8. Warum werden Fabriken und Bergbaubetriebe geschlossen wenn noch keine neuen Arbeitsplätze geschaffen worden sind?

Martin Luthers kritischer Geist scheint also mal wieder zu fehlen! Aber auch sein Optimismus, der zum Ausdruck kommt in dem Zitat:

 „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!“

4.)Heutige Würdigung  des Reformationstages als Feiertag; LINK 2                     

Der Reformationstag, das Reformationsfest oder der Gedenktag der Reformation wird von evangelischen Christen in Deutschland und Österreich am 31. Oktober im Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther gefeiert. In der Schweiz gilt der erste Sonntag im November als Reformationssonntag, steht also, trotz des reformierten Bekenntnisses, ebenfalls in Beziehung zur Reformation in Wittenberg.

5.Geschichtliche Entstehung der Würdigung des Thesenanschlages

Zur Säkularfeier 1617 wurde in den meisten lutherischen und reformierten Gebieten des Thesenanschlags gedacht. Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen setzte ab 1667 den 31. Oktober als Gedächtnistermin für alle Protestanten einheitlich fest und stellte damit die Verbindung zum legendären Thesenanschlag Luthers an der Wittenberger Schlosskirche her.

Nach den Jubiläen 1717 und 1817 setzte sich das Reformationsfest weiter durch, „meist wurde es allerdings auf den Sonntag nach dem 31. Oktober gelegt“, z. B. in Preußen.

Bis zum 21. Oktober 1921 war in Thüringen der Reformationstag bereits ein staatlich anerkannter allgemeiner Feiertag, wurde jedoch durch ein Notgesetz des thüringischen Staatsministeriums außer Kraft gesetzt, ohne den Landtag zu befragen

Bis 1966 wurde der Feiertag in den meisten Bezirken der DDR begangen.

6.)Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation (1520)“ ist aber anscheinend noch wichtiger als die mit dem Reformationstag geehrten Thesen.

So hält z.B. der  Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann  Luthers Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation (1520)“ ohnehin für wesentlich wichtiger als die Thesen.

An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“ war  eine der wirkungsvollsten Schriften Luthers. Sie war nach wenigen Tagen vergriffen und musste neu aufgelegt werden. Wie die Überschrift zeigt, appelliert die Schrift an den Adel, die Obrigkeit Verantwortung zu übernehmen für des christlichen Standes Besserung. 

Luther 2

Titelblatt von Martin Luthers
„An den christlichen Adel deutscher Nation“, Wittenberg, 1520

Sie stimmt ein in eine Kritik an der römischen Kirche, die im Mittelalter sozusagen in der Luft lag. Geht sie im ersten Teil noch milde mit dem Papst um, so wird dieser im zweiten Teil zum „Antichrist“.

Theologischer Kern der Schrift ist die Lehre vom allgemeinen Priestertum aller Getauften. Dass Päpste irren können, lässt Luther ihre Schlüsselgewalt bestreiten.

In seinen Forderungen und seiner Kritik am Luxus wird er in dieser Schrift sehr konkret:

Er fordert die Einschränkung des ausufernden Klosterwesens, Abschaffung des Zölibats, Neuordnung des kirchlichen Sozialwesens und eine stärkere Schriftorientierung im Theologiestudium. 

Insbesondere der Appell an die weltliche Obrigkeit, sich  einer Reform der Kirche anzunehmen, sollte bei der Bildung der Evangelischen Landeskirchen wirksam werden.

7.Zusammenfassung

Martin Luther revolutionierte die Kommunikation der einfachen Menschen mit der Kirche in dem er in 11 Wochen die Bibel übersetzte. Mit seinen 95 Thesen gegen den Ablasshandel und viele andere Missstände strahlte er außerdem weit in die nachfolgenden Jahrhunderte aus. Mit seiner Schrift :An den christlichen Adel deutscher Nation (1520) regte er den Adel als weltliche Machthaber an, sich der Reformation der Kirche mehr zu widmen.Nicht zuletzt half der Buchdruck und die wunderbaren Grafiken von Lukas Cranach, die Ideen von Martin Luther weit zu verbreiten!

Literatur, Kunst,  Wissenschaft- ja die Entdeckung der Welt wurden beschleunigt, nachdem Martin Luther den Protestantismus entdeckt hatte. Er beeinflusste mit seiner Reformation auch wesentlich das Zeitalter der Aufklärung. LINK 3

Deutsche Geschichte ist kaum ohne Luther denkbar.

-Deutsche Bildung auch nicht:  Luthers Flugschrift „An die Ratsherren aller Städte deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen“ aus dem Jahre 1525 legt den geistigen Grundstein für das Volksschulwesen. Darin fordert der Reformator eine humanistische Schulbildung für alle Stände, vor allem mit dem Ziel, jedem eine eigene Bibellektüre zu ermöglichen.

Luther war auch ein Pionier der Frauenbildung. Das Privileg, die Bibel selbst lesen zu können, sollte nicht auf Männer beschränkt sein. Bereits in seiner grundlegenden Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation“ schrieb er 1520: „Und wollte Gott, jede Stadt hätte auch eine Mädchenschule, in der die Mädchen täglich eine Stunde das Evangelium hören, es wäre auf deutsch oder lateinisch.“

 

Noch Fragen ?

 

Quelle : Foto oben

Quelle : Foto unten

2018bbc08cb5fb81c1c294358629dd14--martin-luther-sprüche-martin-omalley

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: