Sparkultur in unserem Land ist so gut wie gescheitert- Das über Jahre praktizierte Aktienbashing rächt sich jetzt

Das gute alte Sparbuch mit seinen 3.25 Prozent Zins hat seit Jahren ausgedient. Die Bundesschatzbriefe mit 8 Prozent jährlichem Zins gehören auch in die Vergangenheit.

Was machen wir falsch?

Wir empören uns, aber machen uns nur wenig Gedanken um neue Lösungen zur Vermögensvorsorge und Alterssicherung. Besonders empört sind wir über die Null-Zins-Politik eines Herrn Draghi, die häufig als wesentliche Ursache der oben genannten Probleme gesehen wird.

Doch diese verengte Sichtweise verleugnet auch, dass es in Deutschland nie eine aufgeklärte Aktienkultur gab.

Hier gab es schon seit Jahren eher ideologische Diskussionen vom Schmarotzertum der Aktienhändler und der Gier der Aktionäre. Die 68er lassen grüßen, als ungeeignete Berater auf Grund ihrer ideologischen Verfangenheit in sich selbst.

Ja und es entwickelt sich erstaunlicherweise in Deutschland auch keine Kultur zu einer Risikobereitschaft und Alternativensuche zum jahrelang unlukrativ gewordenen Sparbuch.

Die Folgen dieser zementierten ewig gestrigen Sichtweisen sehen wir jetzt:

Der Aufbau ihrer privaten Altersfürsorge mit Sparbüchern und/oder Lebensversicherungen wird den deutschen Bürgern immer mehr zum Verhängnis.

Dabei könnten sie mit Aktien bei guter Analyse und ordentlichem Handelsverhalten häufig Jahresrenditen von acht  Prozent und mehr erzielen  und lägen damit so gut wie immer über festverzinslichen Wertpapieren, Sparbüchern und Lebensversicherungen.

Andererseits haben gerade deutsche Firmen auf Grund dieses Sparbuchdenkens nur relativ geringe Marktwerte bzw. Marktkapitalisierungen.

Während  also die Firmen Google,  Apple und Amazone jeweils einen Wert von ca. 1000 Milliarden Dollar haben,  liegen unsere Spitzenfirmen wie etwa SAP bei 120 Milliarden, die Deutsche Bank bei 20 Milliarden und die Commerzbank bei 10 Milliarden Dollar.

Letztlich sind feindliche Übernahmen bei deutschen Firmen also viel leichter möglich. Andererseits schreckt deutsche und europäische Überregulierung glücklicherweise potentielle Käufer etwas ab.

So Mancher wird sagen, das macht doch nichts, wenn eine Firma mal den Eigentümer wechselt, vergisst aber gern, dass auch Patente, die Forschungszentren und die Entwicklungsingenieure mit ihrem gebündelten Wissen zum Investor/Neueigentümer wechseln.

Im Fazit kann  wieder zum wiederholten Male gesagt werden:

Denk ich an Deutschland in der Nacht – so bin ich um den Schlaf gebracht. Die Frage kommt auf, ob es und in 20 bis 30 Jahren überhaupt noch als dieses fortschrittliche Land geben wird oder wir unser Tafelsilber komplett verspielt haben.

Wir müssen einen solchen Ausverkauf unbedingt verhindern und jede Regierung in unserem Land, welche die Bedeutung funktionierender Aktienmärkte mit einer Aktienkultur für Zwecke der Vermögensbildung nicht erkennt, abwählen!

Zudem ist festzustellen, dass Bankenbashing wirklich Politik von gestern ist.

Betrachtet man das Herausfallen der Deutschen Bank aus den Eurostocks 50, also den 50 größten Unternehmen Europas und das Herausfallen der Commerzbank aus dem DAX, wird erkennbar, dass die Deutschen Banken und auch der deutsche Handelsstandort Frankfurt am Main, weiter starke Unterstützung von staatlicher Seite benötigen.

 

Quelle Foto oben: Frank Sander; 07.08.2018

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