BREXIT als Ironie der Geschichte

1.)Referendum 2016 von Cameron ohne genaue Überlegung durchgeführt

Betrachtet man den BREXIT und die Zeit in der er stattfindet, wirkt er anachronistisch, denn er setzt auf nationale Alleingänge einer Mittelmacht.

Großbritannien läuft Gefahr in einzelnen Wirtschaftsabkommen mit den USA, China Indien oder auch der EU nicht auf Augenhöhe verhandeln zu können und dies ist keinesfalls eine zukunftsträchtige Vision. Zudem fürchten viele Beschäftigte einen weiteren Sozialabbau infolge einer extrem niedrigen Staatsquote durch extrem niedrige Unternehmenssteuern.

Doch auch der Weg zum BREXIT war von vorn herein nicht so planvoll, wie es heute erscheint, sondern eher ein großer Zufall:

Um wieder Ruhe in die Partei der Torys also der britischen Konservativen hineinzubringen und vor allem dem rechten Parteiflügel gerecht zu werden, hatte David Cameron am 24.Juni 2016 das BREXITREFERENDUM  der Briten zum Verbleib oder den Bruch mit der EU durchführen lassen.

Noch einen Monat vor dem Referendum warnte daher David Cameron im Selbstzweifel noch die Britten sich das genau zu überlegen mit dem BREXIT und malte die möglichen negativen Folgen an die Wand!

Die Ergebnisse waren dann sehr knapp für den BREXIT. Gegner des BREXIT warfen David Cameron daher Unverantwortlichkeit beim Umgang mit Europa vor. Beim EU-Mitgliedschaftsreferendum am 23. Juni 2016 betrug die Wahlbeteiligung 72,2 %, insgesamt 33.551.983 Wahlberechtigte gaben ihre Stimme ab. 51,9 % von ihnen stimmten für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und 48,1 % für den Verbleib.

Fakt ist, dass Schottland und Nordirland sowie Großlondon eindeutig für den Verbleib in der EU gestimmt haben.

Ergebnis Brexit

Quelle Spiegel Grafik

http://www.spiegel.de/politik/ausland/brexit-die-ergebnisse-in-einer-karte-a-1099133.html

Dennoch hatte er die Geister selbst herbeigerufen, die jetzt da sind und nicht mehr wissen was sie tun.

https://www.berliner-kurier.de/news/briten-im-abseits-das-war-englands-duemmstes-eigentor–15320906

2.)Strukturschwäche im produzierenden Bereich in Großbritannien

Betrachtet man Großbritannien heute wirtschaftlich,  fällt auf, dass kaum noch produzierendes Gewerbe existiert. Internationalisiert wurden zum Beispiel die Autofirmen Rolls Royce, Bentley, Rover.  Mittlerweile noch in GB produzierende Autofirmen wie Honda oder Nissan befürchten mittlerweile, dass sie auf eine sehr ungewisse Zukunft zusteuern da Sie doch hohe Prozentsätze ihrer Produktion zollfrei nach Europa exportieren konnten.

3.)Abwanderung selbst im Premiumsegment Finanzwirtschaft erwartet

Einzig die sehr erfolgreiche Londoner Finanzbranche mit über 300.000 Investmentbankern ragt aus der Flaute deutlich heraus.

Selbst in dieser Branche gibt es jedoch inzwischen Absetzbewegungen bei Kapital und Personal in Richtung der Europäischen Union. So wird geschätzt dass mindestens 10.000 Investmentbanker und andere Bankenspezialisten nach Frankfurt am Main umsiedeln werden.

Auch Holland rüstet sich bereits für einen Ansturm britischer Firmen und ihrer Mitarbeiter. 

4.) Großbritannien stand noch nie richtig hinter Europa

Bekanntermaßen stand Großbritannien mit dem „Thatcherbonus“ bzw. Britenrabatt(der immerhin von 1985 bis 2014 eine Gesamtsumme von 111 Milliarden Euro erreichte) und der eigenwilligen Bankenpoltik(Neigung zu wenig Kontrolle im Bankensektor), der Blockadehaltung bezüglich einer einheitlichen europäischen Militärpräsenz bzw. einer Ablehnung zu einem angestimmten Europäischen Steuerrecht durch Cameron; 2011 immer schon etwas auf Kriegsfuß mit Europa!

5.)Neue Entwicklung in Sicht- Mehrheit heute für eine zweite Brexit-Abstimmung

Tatsächlich scheint den Briten, sofern sie nicht längst in den Urlaub verschwunden sind, langsam zu dämmern, welche Folgen der von Brexit-Ultras propagierte Chaos-Austritt hätte. Der neue Brexit-Minister Dominic Raab stellte der siebtgrößten Industrienation der Welt für den Fall der Fälle „ausreichend Nahrungsmittel“ in Aussicht, während Supermarkt-Chefs erhebliche Preissteigerungen ankündigten. Führende Industrieunternehmen wie Rolls-Royce und GlaxoSmithKline wollen Vorratshaltung einführen, um mögliche Engpässe durch verstopfte Häfen auszugleichen.

http://www.fr.de/politik/brexit-gary-lineker-erntet-shitstorm-a-1552556

May lehnt bislang eine weitere Volksbefragung ab. Die bisherigen Vorschläge der Regierung in London für einen Austrittsvertrag stoßen bei der EU-Kommission und im Europaparlament auf Widerspruch. Daher bereiten sich beide Seiten auch auf einen ungeregelten Austritt Großbritanniens vor.

http://www.fr.de/politik/brexit-die-haelfte-der-briten-will-erneut-abstimmen-a-1553710

6.Deutsche Regierung möchte traditionell gute Beziehungen zu Großbritannien erhalten

Die Industrie sei sicher weiter an einem guten Verhältnis mit Großbritannien interessiert, sagte Angela Merkel am Montagabend beim Neujahresempfang der IHK Köln. Wenn Großbritannien die vier Grundfreiheiten des Binnenmarktes allerdings nicht akzeptieren wolle, müsse die EU die Konsequenzen ziehen. Zu diesen Grundfreiheiten gehört die Freizügigkeit der Arbeitnehmer aus EU-Staaten, die Großbritannien einschränken will.

LINK: Beziehungen Deutschland- Großbritannien

7.Rosinenpickerei vermeiden weil sonst Europa auf dem Spiel steht

Merkel am 17.Januar 2017: „Denn wenn sich einmal herausstellt, dass man den vollen Zugang zum Binnenmarkt auch bekommen kann, wenn man sich bestimmte Dinge aussucht, dann wird sehr schnell der Binnenmarkt als solcher (…) in Gefahr geraten, weil sich jedes Land dann seine Rosinen herauspickt.“ Das müsse verhindert werden. „Deshalb müssen Politik und Wirtschaft hier sehr gemeinsam agieren und handeln.“

Noch Fragen ?

 

Quelle Foto im Titel: LINK

Weitere LINKS:

https://www.welt.de/politik/deutschland/video182252288/Bundestag-Die-Regierungserklaerung-von-Kanzlerin-Merkel-zum-Brexit.html  

https://www.deutschlandfunk.de/britische-abgeordnete-hobhouse-im-unterhaus-gibt-es-fuer-no.694.de.html?dram:article_id=430826

https://de.wikipedia.org/wiki/EU-Austritt_des_Vereinigten_K%C3%B6nigreichs

https://www.srf.ch/news/wirtschaft/briten-wollen-keine-schweizer-hilfe

https://www.srf.ch/news/wirtschaft/der-finanzplatz-london-bleibt-wichtig

https://www.srf.ch/news/international/may-will-die-harte-tour

https://www.srf.ch/news/wirtschaft/wir-bilden-ein-globales-grossbritannien

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article181695070/Brexit-Grossbritannien-hat-keine-Fuehrungspersoenlichkeiten-mehr.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Britenrabatt

https://www.youtube.com/watch?v=qZsXmC7fEhs&list=RDqZsXmC7fEhs&start_radio=1#t=35

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