901.Gedicht, Lachen verboten! ©Frank Sander, 22.07.2021

901.GEDICHT, LACHEN VERBOTEN! ©FRANK SANDER, 22.07.2021

901.GEDICHT, LACHEN VERBOTEN! ©FRANK SANDER, 22.07.2021

 

1.) Lachen verboten, Jammern erlaubt

ist das Gebot in diesem Land

Klima zerstoben, Bäume entlaubt

spricht Jemand Anders, ist es ne Schand

 

2.) Lachen verboten, Gendern erlaubt

Salzstreuer*innen, die Zunge ist taub

Lachen verboten, Rassismus für Alle,

Freiheit zerstoben in grüner Halle 

 

3.) Männer verboten, waren zu stark 

Fridays fürn Lutscher, reden nur Quark 

Lachen im Keller ist noch erlaubt

Kommt das Hochwasser, das Lachen ergraut

 

4.) Kinder verboten, schreibt man doch ab 

Lachen verarmt, trauerbeflaggt 

Lachen verboten, im Vorbilderland 

Selbstmordausloten wird endlich bekannt 

 

5.) Lachen verboten, herrschen erlaubt 

Grüne und Rote fürn Osten sind taub 

Lachen und Freiheit ist wohl vorbei 

Bargeld stirbt auch , dank Geldpolizei

 

6.) Lachen verboten, beim Grillfest im Dorf

Grüne Niloten fressen bloß Torf 

Die alte Harley steht bloß noch rum 

Grüne Verbote schmallippig drum rum 

 

7.) Lachen verboten, Silvester wohl auch 

feiert bald heimlich, vegan ohne Rauch!

Lachen verdächtigt, was ist das fürn Witz?

Versteckt Eure Rede, sonst kommt grüner Blitz

 

8.) Lachende Kinder, ein seltener Fall

wo bleibt das Verspielte, wo bleibt froher Schall

Gefrorene Fressen, die „Klima“ nur schrein:

ist das ist unsre Zukunft ist das unser Sein?

 

9.) Lachen verboten, sagt Sprachpolizei

Rot Grüne Idioten, wolln ernsthaften Brei

Lachen verboten, wer weiß was die wollen 

Lachen zum Klären ist schnell angeschwollen

 

10.) Witzeln war schön, doch nicht mit Idioten,

Gesinnung geprüft, zum Jammern erzogen 

Lachen ist Zeichen von Freiheit und Kraft 

Lasst Euch nicht nerven, die Neider wegschafft

 

11.) Lacht immer weiter, schmeißt Menschfeinde raus, 

Dauerverbieter in eisiger Haut 

Lacht jetzt noch mehr gegen Diktatoren

und Ihre Weiber, die jammernden Huren 

 

12.) Lacht bis ins All, lacht in den Raketen

Niemand hat die Menschen, zum Jammern gebeten 

Lacht unter Wasser wenns seien kann

Ihr zieht mit dem Lachen, die Menschen in Bann   

 

13.) Lachen verboten, Jammern erlaubt

ist das Gebot in diesem Land

Klima zerstoben, Bäume entlaubt

spricht Jemand Anders, ist es ne Schand

 

14.) Lachen verboten, herrschen erlaubt 

Grüne und Rote fürn Osten sind taub 

Lachen und Freiheit ist wohl vorbei 

Bargeld stirbt auch, dank Geldpolizei

 

901.GEDICHT, LACHEN VERBOTEN! ©FRANK SANDER, 22.07.2021

901.GEDICHT, LACHEN VERBOTEN! ©FRANK SANDER, 22.07.2021

 Quelle Foto 1 oben

Quelle Foto 2 unten

Quelle Foto 3 unten

 

Das Lachen, dieses befreiende, oft erlösende Ventil, das den Druck des Alltags, die Sorgen der Welt, all den Ballast des Menschseins für einen Moment entweichen lässt, ist schwer geworden. Mir ist nicht bekannt, dass Deutschland inzwischen der Himmel auf Erden ist, und dennoch: Jedes Lachen steht gegenwärtig unter besonderer Beobachtung. Jede Lachmuskel-Entgleisung sollte wohlüberlegt sein. Es herrscht Humorstarre. Spätestens seit Beginn der Pandemie verharrt unsere Gesellschaft in unterschiedlichen, voneinander getrennten Humorlagern. Das lähmt. Es sorgt dafür, dass sich einzelne Gruppierungen immer tiefer in ihren Gräben verschanzen und das gegnerische Lager argwöhnisch beäugen.

An den Frontlinien gerät auch der Humor immer mehr unter Beschuss. Die Devise lautet leider oft: „Ein falscher Witz, und ich stelle dich öffentlich an den Pranger!“ Die „Alles dicht machen“-Aktion von rund 50 Schauspielerinnen und Schauspielern hat das soeben erst bewiesen. Ich persönlich halte nichts von dieser Kampagne, mehr noch: Teile davon stoßen mich regelrecht ab. Wenn der „Tatort“-Schauspieler Richy Müller durch Atmen in Tüten Menschen verhöhnt, die an Beatmungsgeräten um ihr Leben kämpfen, ist für mich die Grenze des guten Geschmacks weit überschritten.

Dennoch habe ich Herrn Müller weder Corona an den Hals noch ein Berufsverbot gewünscht. Ich habe mich wahnsinnig geärgert, aber meinen Ärger nicht in die Welt geschrien, sondern erst einmal recherchiert. Ich wollte verstehen, welche Motivation hinter der Aktion steckte und welches Ziel sie verfolgte. Denn das war ja nicht klar zu erkennen: Der Kern der Kritik blieb diffus. Missbilligen der Corona-Politik? Aufmerksamkeit für die Nöte von freischaffenden Künstlern in der Pandemie? Medienkritik? Irgendwie von allem ein bisschen? Vermutlich war auch diese Unschärfe ein Grund, warum die Schauspielerinnen und Schauspieler schnell in die Ecke der „Querdenker“ gestellt wurden, die die Aktion prompt für ihre Zwecke instrumentalisierten.

Womit wir bei dem Punkt wären, der in der Humorarbeit so wichtig ist: dem Ziel. „Alles dicht machen“ war kein harmloser Witz, kein Schenkelklopfer, an dem die Geschmäcker auseinandergehen. Es war eine gezielte Aktion, orchestriert und um maximale Wirkung bemüht. Mag sie in den hintersten Winkeln ihrer Inszenierung auch einen wahren Kern gehabt haben, scheiterte sie spätestens dann, als sie eines der Grundgesetze der Humorarbeit missachtete: Tritt immer nach oben, nie nach unten. Richy Müller und auch einige der anderen Schauspieler haben das Leiden infizierter Menschen lächerlich gemacht und dabei ihr Ziel aus den Augen verloren. Das war geschmacklos – und diskreditierte ein Unterfangen, das in anderer Form seine Daseinsberechtigung gehabt hätte.

Inzwischen sind sieben Tage vergangen und ich habe viel über die Aktion, die uns die Spaltung unserer Gesellschaft so anschaulich vor Augen führte, nachgedacht. Zum Beispiel habe ich mir vorgestellt, wie der „Babylon Berlin“-Star Volker Bruch auf einer Bühne steht und seinen „Ohne Angst habe ich Angst“-Beitrag vorträgt. Wie er die Regierung dafür kritisiert, in der Kommunikation und Erklärung ihres Krisenmanagements nicht den richtigen Ton zu treffen. Vielleicht hätte ein guter Regisseur daraus tatsächlich ein wirkungsvolles Theaterstück entwickelt. Schauspieler im Hintergrund wären vielleicht beim „22-Uhr-Glockenschlag“ mit „Ausgangssperre“-Plakaten in der Hand ängstlich in ihre Häuserkulissen geflüchtet. Aber all das war nicht zu sehen.

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