Friedrich der Große

Aphorismen

König Friedrich II., der Große von Preussen“ auch Der Alte Fritz“ genannt (1712 – 1786),

1.)Die Klugheit ist sehr geeignet, zu bewahren, was man besitzt, doch allein die Kühnheit versteht sie erwerben.

2.)Unsern Dünkel müssen wir verlieren; wir sollen handeln, nicht philosophieren

3.)Alle Handlungen der Menschen sind verschiedener Auslegung unterworfen. Man kann Gift über die guten ausgießen und den schlechten eine Wendung geben, durch die sie entschuldbar und selbst lobenswert werden; die Parteilichkeit oder Unparteilichkeit des Geschichtsschreibers entscheidet über

4.)Da das Interesse überhaupt die große Triebfeder der menschlichen Handlungen ist, so muss man niemals den Leuten trauen, deren Interessen mit den unsrigen nicht konform sind.

5.)Ich bereite mich auf jedes Ereignis, das da kommen könnte, vor. Mag das Glück mir günstig sein oder ungünstig, das soll mich weder mutlos machen, noch übermütig.

6.)Alles in der Welt ist Torheit, nur nicht die Heiterkeit

7.)Kenntnisse kann jedermann haben, aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur.

8.)Luxus treibt den Menschen zu keiner Tugend an – er erstickt meist alle besseren Gefühle in ihm.

9.)Wenige Menschen denken, und doch wollen alle entscheiden

10.)Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen.

11)Ob man traurig oder heiter gestimmt ist, die Dinge gehen ihren Gang, und ein Ereignis mag gut oder schlecht sein, man muss es hinnehmen und seinen Ärger hinunterschlucken, wenn einem das Glück zuwider ist.

12.)Die Ärzte werfen sich zu Schiedsrichtern unseres Lebens auf und sind im Grunde doch nichts anderes als Zuschauer unserer Leiden.

13.)Man soll die menschlichen Pläne und Unternehmungen nie nach ihrem Ausgang beurteilen.

14.)Unser Leben ist so kurz, und wir haben meistenteils ein so kurzes Gedächtnis, dass wir uns nur über das Auserlesenste unterrichten sollten.

15)Ich habe Sie zum Stabsoffizier gemacht, damit Sie wissen, wann Sie nicht gehorchen sollen.

16)Das ist das Schicksal aller Größen: Überlegenes Genie setzt sich den Giftpfeilen des Neides aus.

17.)Der Beamte und der Philosoph beziehen ihre Stärke aus der Sachfremdheit.

18.)Vor Schelmen, die den Mantel der Gerechtigkeit tragen, vor denen kann kein Mensch sich schützen. Die sind ärger als die schlimmsten Verbrecher und verdienen doppelte Bestrafung

19.)Die Franzosen sind ergötzliche Hanswurste. Man freut sich, Feinde zu haben, über die man lachen kann.

20.)Die Weisesten sind, welche lesen, um sich von ihren Fehlern zu befreien.

21)Was meine Art, mich nicht zu schonen, betrifft, so halte ich an ihr fest. Je mehr man um sich besorgt ist, umso empfindlicher und schwächer wird der Körper. Geist und Körper müssen sich bei mir nach ihrer Pflicht richten. Es ist nicht notwendig, dass ich lebe, wohl aber, dass ich arbeite.

22.)Es heißt, dass wir Könige Gottes Ebenbilder auf Erden sind. Ich habe mich daraufhin im Spiegel betrachtet. Sehr schmeichelhaft für den lieben Gott ist das nicht.

23.)Der wahre Ehrgeiz besteht in dem Verlangen, sich durch tugendhafte Handlungen vor anderen Menschen auszuzeichnen

24.)Was nützt die Erfahrung, wenn sie nicht durch Nachdenken fruchtbar gemacht wird? Die Erfahrung erfordert eine gründliche Untersuchung; erst nach wiederholter Prüfung gelangen die Künstler zur Erkenntnis der Grundbedingungen und in den Augenblicken der Muße zur Zeit der Ruhe, heißt es nur Stoffe für die Erfahrung vorzubereiten.

25.)Je mehr ich von den Menschen sehe, um so lieber habe ich meinen Hund.

26.)Die erste Aufgabe des Gesetzgebers bleibt in meinen Augen immer, gleiches Recht für alle zu schaffen.

27.)Nichtstun ist halber Tod. Das Leben äußert sich nur in der Tätigkeit.

28.)Ich bedauere alle Tage meines Lebens, welche ich nicht dem Nachdenken und dem Studium gewidmet habe. Man kann seine Fähigkeiten, richtig zu urteilen, nicht genug vervollkommnen, ebenso wenig die durchdringende Schärfe des Verstandes.

29.)Ich habe nur einen großen Vorrat von gutem Willen und unverletzliche Hingebung an den Staat, das sind meine einzigen Waffen.

30.)Wer seine Absichten zu früh enthüllt, bringt sie zum Scheitern. Denn er gibt seinen Feinden und Neidern zu Gegenmaßnahmen Zeit. Wer schweigen kann, der kann zu schönen Eroberungen gelangen

31.)In der Politik darf man keine Vorliebe für ein Volk und keine Abneigung gegen ein anderes haben.

32.)Politik besteht eher darin, aus günstigen Konstellationen zu profitieren, als sie zu schaffen.

33.)Große Männer sind Verfolgungen ausgesetzt. Sind nicht die Bäume, deren Wipfel an die Wolken ragen, den Stürmen mehr preisgegeben als die Sträucher, die in ihrem Schatten wachsen

34.)Wer ist so vermessen unter uns, zu behaupten,
sein Weg sei allein der richtige?

35.)Dasjenige, wodurch die Menschen am meisten zu Fehlern veranlasst werden, ist, dass sie sich meistens mit vagen Vorstellungen begnügen und sich nicht die Mühe geben, sich klare Ideen über die Dinge zu machen.

36.)Es geht gut, der Berg ist überschritten(letzte Worte

37.)Es bleibt der Ochs, der feste steht, Und nicht der Krebs, der rückwärts geht. (Thema Charakter)

38.)Das Wams des Beamten ist eng, aber es wärmt.

39.)Wenn ich ein großes Problem habe, stelle ich mir die Erde von einem fernen Punkt im Weltall aus betrachtet vor: Wie klein ist sie doch, und wie klein ist mein Problem

40.)Man soll arbeiten, man soll sich nützlich machen, man ist über seine Talente Rechenschaft schuldig…

41.)Die wahre Philosophie besteht darin, den Missbrauch zu verdammen, ohne den Gebrauch zu untersagen. Man muss alles entbehren können, aber auf nichts prinzipiell verzichten.

42.)Ein Herrscher kann gar nicht genug Verachtung für die frivolen Streitigkeiten der Priester beweisen, und er kann nicht genug Aufmerksamkeit darauf verwenden, dass der Aberglaube und der religiöse Wahnsinn, den er in seinem Gefolge hat, sorgfältig vertilgt werden

43.)Wenn das Leben nur noch eine Kette von Mühsalen ist, dann ist jeder Herr darüber, es in dem Augenblick, den er für richtig hält, zu beenden.

Wer bewirkt, dass dort, wo bisher ein Halm wuchs, nunmehr zwei Halme wachsen, der hat mehr für ein Volk geleistet als ein Feldherr, der eine Schlacht gewann.

44.)Ich gehe durch eine Schule der Geduld, sie ist hart, langwierig, grausam, ja barbarisch. Ich rette mich daraus, indem ich das Universum im Ganzen ansehe, wie von einem fremden Planeten. Da erscheinen mir alle Gegenstände unendlich klein, und ich bemitleide meine Feinde, daß sie sich so viel Mühe um so Geringes geben

45.)Was würde aus uns ohne Liebe zur Weisheit, ohne Nachdenken, ohne Weltentrückung und ohne die vernünftige Verachtung, die uns das Wissen um die eitlen, vergänglichen und flüchtigen Dinge eingibt, von denen nur Geizhälse und Anspruchsnarren soviel Wesens machen, weil sie in ihnen gute und dauerhafte Güter sehen

46.)Alles, was man in der Gegenwart tun kann, ist, wie ich glaube, den höchsten Punkt des mittleren Maßes zu erreichen. Die Grenzen des Jahrhunderts erstrecken sich nicht weiter.

47.)Der Herrscher ist nicht zu seinem hohen Rang erhoben, man hat ihm nicht die höchste Macht anvertraut, damit er in Verweichlichung dahinlebe, sich vom Mark des Volkes mäste und glücklich sei, während alles darbt. Der Herrscher ist der erste Diener des Staates.

48.)Die Titel sind nur Zierden für Alberne; große Männer brauchen nur ihre Namen.

49.)Zum Handeln ist der Mensch geboren, und nicht um Betrachtungen anzustellen.

50)Unser Leben ist ein flüchtiger Übergang von dem Augenblick der Geburt zu dem des Todes. Die Bestimmung des Menschen während dieses kurzen Zeitraums ist, für das Wohl der Gesellschaft, deren Mitglied er ist, zu arbeiten.

51.)Es ist besser, zuvorzukommen, als sich zuvorkommen zu lassen

52.)Künste und Wissenschaften gehen Hand in Hand; wir verdanken ihnen alles; sie sind die Wohltäter des Menschengeschlechts.

53.)Fast nie sind die Menschen in der Welt nach ihrer Wahl placirt; daher gibt es so viele schlechte Schuster, Priester, Minister und schlechte Fürsten.

54.)Man muss seinen Neigungen und seinen Leidenschaften Grenzen zu setzen wissen.

55.)Wer sich gegen Angriffe rechtfertigt, welche die Verleumdung auf seine Ehre macht, der befindet sich in der traurigen Notwendigkeit, sein eigener Lobredner zu sein.

56.)Ob man traurig oder heiter gestimmt ist, die Dinge gehen ihren Gang, und ein Ereignis mag gut oder schlecht sein, man muss es hinnehmen und seinen Ärger hinunterschlucken, wenn einem das Glück zuwider ist.

57.)Das lebhafteste Vergnügen, das ein Mensch in der Welt haben kann ist, neue Wahrheiten zu entdecken; das nächste von diesem ist, alte Vorurteile loszuwerden.

58.)Wer sich an die Phantasie der Menschen wendet, wird immer den besiegen, der auf ihren Verstand einwirken will.

59.)Fleiß ist aller Tugenden Anfang.

60.) Ein wahrer Freund ist ein Geschenk des Himmels

61.)Je mehr ein Mensch gedacht, je mehr schöne und nützliche Taten er verrichtet, je länger hat er gelebt.

62.)Je mehr man altert, desto mehr überzeugt man sich, dass seine heilige Majestät der Zufall gut Dreiviertel der Geschäfte dieses miserablen Universums besorgt.

63.)Das Vertrauen auf die eigene Kraft ist die Grundlage aller Tapferkeit!

64.):Man muss die Menschen ermutigen, anstatt sie abzuschrecken.

65)Seien Sie fest in Ihren Entschlüssen; wägen Sie das Für und Wider vorher ab: aber wenn Ihre Wille einmal erklärt ist, so gehen Sie um alles in der Welt nicht mehr davon ab.

66.)Die Stärke der Staaten beruht auf den großen Männern,

die ihnen zur rechten Stunde geboren werden.

67.)Alles, was aus Furcht oder Angst geschieht, trägt auch das Gepräge davon.

68.)Man muss nicht schmeicheln, denn der menschliche Geist schmeichelt sich selber genug; ein jeder hat einen geschickten Zensor nötig, der treu ist und es versteht, uns von unserem Unrecht oder von unseren Verkehrtheiten zu überzeugen.

69.)Ich kann mich einer Sache nicht halb ergeben. Ich muss immer kopfüber hinein.

70.)Freund, du hast recht, wenn du glaubst, dass ich viel arbeite. Ich tue es, um zu leben; denn nichts hat mehr Ähnlichkeit mit dem Tode als Müßiggang.

71.)Eine Hauptquelle des Elends ist, dass die Menschen nicht an ihrer rechten Stelle sind. Mancher Kaufmann wäre besser ein Pächter, mancher Staatsmann besser ein Stallmeister geworden.

72.)Wenn ich in meiner Jugend ermutigt statt gedemütigt worden wäre, so taugte ich mehr als jetzt.

73.)Ich denke über Satiren, wie Epiktet: »Sagt man Böses von dir, und es ist wahr, bessere dich; sind es Lügen, lache darüber.«

(an Voltaire)

74.)Die Stärke der Staaten beruht auf den großen Männern, die ihnen zur rechten Stunde geboren werden.

75.)Wenn Fürsten Krieg wollen, so beginnen sie ihn und lassen dann einen arbeitsamen Rechtsgelehrten kommen, der beweist, dass es also Recht sei.

76.)Bei den Steuern müssen Billigkeit und Menschenfreundlichkeit mitsprechen. Wer nur hundert Taler im Jahr zu verzehren hat, soll nicht mehr als zwei abgeben. Wer aber tausend hat, kann gut hundert zahlen.

77.)Lernen sie zuviel, so laufen sie in die Städte und wollen Sekretäre und so’n Zeug werden. Der Sohn eines Spritzenmeisters soll nicht studieren, sondern spritzen.

78.)Alles wäre verloren in einem Staate,

wenn die Geburt über das Verdienst siegte.

79.)Ihr müsst wissen, dass der geringste Bauer, ja, was noch mehr ist, der Bettler, ebenso wohl ein Mensch ist, wie Seine Majestät sind, und denen alle Justiz gewährt werden muss, indem vor der Justiz alle Leute gleich sind.

80.)Was ist schöner als Vergnügungen des Geistes?

81.)Die Ursache des Verfalls der größten Reiche war stets dieselbe; sie lag immer in der Schwäche der Verfassung der Staaten.

Werbeanzeigen
%d Bloggern gefällt das: