798.Gedicht, Gefährliche Komplimente, ©Frank Sander 25.03.2021

 

In Deutschland ist es gerade schlimm, wenn Männer den Frauen Komplimente machen.

Das Flirten ist heute in Verruf gekommen. Dabei ist es das natürlichste auf der Welt.

Hier mal paar Beispiele für schlimme Verklemmungen sowie ein Gedicht      

Spitzensportlerinnen beklagen Sexismus und Nachteile gegenüber Männern???

Deutsche Leichtathletik-Meisterschaft in Dortmund im Februar 2021 (dpa)

Frauen im deutschen Spitzensport klagen über Sexismus, Diskriminierung und Nachteile gegenüber Männern.

In einer nicht repräsentativen, anonymen Online-Umfrage des Südwestrundfunks unter 719 Spitzensportlerinnen gaben nur 43 Prozent den Sport als Haupteinnahmequelle an. 41 Prozent der Befragten verdienen weniger als 10.000 Euro im Jahr – und das, obwohl die meisten auf internationalem Niveau agieren. Grund dafür sei vor allem die massiv geringere Sportberichterstattung über Frauen. Laut Studien der Deutschen Sporthochschule Köln beschäftigt sich die tagesaktuelle Sportberichterstattung nur zu zehn Prozent mit Sportlerinnen.

Zudem ist Sexismus laut der Umfrage weit verbreitet: 30 Prozent der Befragten waren der Ansicht, für ihren sportlichen Erfolg spiele auch ihr Aussehen eine wichtige Rolle. Jede vierte Frau wurde im Sport bereits sexuell belästigt. In der Mehrzahl würden solche Übergriffe nicht gemeldet, weil die Betroffenen oft nicht mit dem Verständnis der überwiegend männlichen Trainer und Verbandsfunktionäre rechneten.

Diese Nachricht wurde am 25.03.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Es ergibt sich die Frage: dürfen Männer noch flirten?  

798.GEDICHT, GEFÄHRLICHE KOMPLIMENTE, ©FRANK SANDER 25.03.2021

798.GEDICHT, GEFÄHRLICHE KOMPLIMENTE, ©FRANK SANDER 25.03.2021

1.) Mein Freund sah eine hübsche Frau,

die rief laut: Sie sind wohl Sexist!?

Er sagte nein, ich find Sie schön,

kenn Sie flirten nicht, wie es ist! 

 

2.) Sie rief: ich werd‘ Sie verklagen,

wolln mich vergewaltigen wohl!

Ich seh’s fast an allen Tagen,

dass Männer bloß Sex haben wolln!

 

3.) Mein Freund suchte schleunigst das Weite,

er fand diese Frau doch bloß schön! 

Sie sucht wohl nen Flüchtling aus Ghana,

der nimmt sie sich, wie gewöhnt!

 

4.) Der Unterschied ist schon vorhanden,

die Frauen hasslieben den Sex!

Die Männer als Frageprobanden,

mit Blicken schon machen verletzt!

 

5.) Was ist das für’n Land ohne Liebe,

das Flirten als negativ sieht!

Die Frauen schreien auf, drohen Hiebe,

weil ein Mann sich beim Ansehn verliebt!

 

6.) Mein Freund sah ne hübsche Frau, 

die rief laut: Sie sind wohl’n Sexist!  

Mein Freund sagt, ich bin von Italien,

merken Sie denn das Kompliment nicht?

 

7.) Da steht in der Ecke ne Alte,

sie sagt: bring ihn vor Gericht!

Wer so schaut wie er, ist gefährlich, 

solch Männer brauchen wir nicht! 

 

8.) Ich hört das und fand es sehr schlimm,

fast so wie der neuen Duden! 

Die Männer ziehts zu Frauen hin, 

und solln für die Zuneigung bluten! 

 

9.) Was ist das fürn Land ohne Liebe, 

das Blicke zu Fraun nicht erlaubt! 

Es scheint asozial, pärchenmüde,

zieht herrliches Flirten in Staub!

798.GEDICHT, GEFÄHRLICHE KOMPLIMENTE, ©FRANK SANDER 25.03.2021

798.GEDICHT, GEFÄHRLICHE KOMPLIMENTE, ©FRANK SANDER 25.03.2021

Quelle Foto 1 oben

Quelle Foto 2 unten

Sexismus im Fußball – Spielerinnen fordern Stellungnahme vom DFB

Sexismus im FußballSpielerinnen fordern Stellungnahme vom DFB

Gladbachs U23-Trainer Heiko Vogel hat sexistische Äußerungen getätigt und soll nun in der Folge Trainingseinheiten mit einem Frauen- oder Mädchenteam bestreiten. Spielerinnen der 1. und 2. Frauen-Fußball-Bundesliga haben am Wochenende einen Offenen Brief an den DFB geschrieben und fordern eine Stellungnahme.

Von Jessica SturmbergDas Bild zeigt eine Szene ais dem Frauenfußball-WM-Spiel Südafrika gegen Deutschland. Die deutschen Spielerinnen Alexandra Popp und Marina Hegering freuen sich über ein Tor. (dpa / Sebastian Gollnow)Alexandra Popp und viele andere Fußballerinnen fordern eine Stellungnahme des DFB. (dpa / Sebastian

Sexismus: Werberat sieht „überzogene Protestkultur“ · Dlf Nova

Wo hört legitime Zuspitzung in der Werbung auf und wo fangen Sexismus und Diskriminierung an?

Der Deutsche Werberat ist sauer wegen – aus seiner Sicht – überzogener Proteste gegen Werbung, die sich am Ende gar nicht als sexistisch oder geschlechterdiskriminierend rausstellt. Laut dem Kontrollgremium der Werbebranche hat sich der Trend dazu in der ersten Jahreshälfte fortgesetzt. Demnach haben sich von 150 Beschwerden zwei Drittel als gegenstandslos erwiesen, es lag also kein Verstoß gegen die Verhaltensregeln des Werberates vor. Das Gremium kritisiert, dass die, die sich beschwert hätten, nur ihre eigenen Maßstäbe durchsetzen wollten.

„Es hat den Eindruck als würde die Internetwerbung gegenwärtig organisiert unter Beobachtung gestellt, um ein Beschwerdeverfahren beim Werberat einleiten zu können. Dies betrifft insbesondere die Rubrik geschlechter-diskriminierende Werbung.“

Julia Busse, Chefin des Deutschen Werberats

Es gab aber auch Beschwerden, die tatsächlich zu einer Rüge geführt haben:

  • die Beschwerde gegen eine Metzgerei aus Franken: Ein Kinowerbespot zeigt eine leicht bekleidete Frau – neben Fleischprodukten und dem Kommentar „Fleischeslust – Zarte Versuchungen“. Der Werberat sagte dazu, dass die Sequenz Frauen herabwürdige und dass suggeriert werde, Frauen könnten genau wie das Fleisch „verspeist“ werden.
Screenshot aus dem Werbespot, Foto: Deutscher Werberat

Barbara Vinken über Eugen-Gomringer-Gedicht  Wenn Bewunderung missverstanden wird

Moderation: Frank Meyer

Ein Mann hält einer Frau, die auf einem Buchstapel sitzt, eine Blume aus Worten hin. (imago/Ikon Images)

Es gebe eine lange Tradition in der Literatur, in der Männer Frauen ihre Bewunderung ausdrücken, sagt Barbara Vinken. (imago/Ikon Images)

Die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken kann mit den Sexismus-Vorwürfen gegen ein Gedicht von Eugen Gomringer nichts anfangen: Die Proteste deutet sie als einen Ausdruck unserer Zeit, in der die Frauen nicht mehr bewundert würden.

In letzter Zeit häufen sich Vorgänge, die mit Literatur und dem Vorwurf des Sexismus zu tun haben. Da gab es Vorfälle am Literaturinstitut Hildesheim und in der Diskussion ist die Entfernung eines Gedichtes, das Eugen Gomringer schrieb, von der Hausfassade der Alice-Salomon-Hochschule. Die Frage ist, ob diese Vorwürfe des Sexismus überzogen sind, auf Überempfindlichkeiten hinweisen oder einfach nur instrumentalisiert werden sollen?

Die Schönheit der Welt in fünf Wörtern

„Ich finde das ein sehr bewundernswürdiges Gedicht, das die Schönheit der Welt einfach in fünf Wörtern erblühen lässt“, sagt die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken. In dieser Bewunderung eine Aufforderung zu sexueller Übergriffigkeit zu sehen, scheine ihr ein Symptom zu sein für „die Welt, in der wir leben“, in der die Frauen nicht mehr bewundert, sondern angemacht, überwältigt und verbraucht würden.

Es gebe in der Literatur eine lange Tradition der Bewunderung von Frauen in Texten – und Zeiten, in denen dieses kritisiert wurde. Der englische Schriftsteller Samuel Richardson etwa, selbst für Tugendromane bekannt, habe Ovid und Petrarca verdächtigt, die Bewunderung für Frauen in ihren Texten nur einzusetzen, um die Frauen zu verführen.

Mehr zum Thema:

Sprachkritik – Wo liegt die Grenze des Sagbaren?
(Deutschlandfunk Kultur, Sein und Streit, 03.09.2017)

Kontroverse um Eugen Gomringers Gedicht – Kunstfreiheit versus Sexismusvorwurf
(Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 01.09.2017)

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