Die Wandlung, 6.1.2019; Gastbeitrag:© Jack S.

1.)Der Tiger Assumi

Es war nie anders, wenn der Tiger Assumi durch den 30 cm hohen kristallweißen Schnee ging!Er hatte sein 10 cm langen Krallen eingezogen und lief im Februar 2018 gegen den leichten Ostwind bei Minus 22 Grad Celsius seinen morgendlichen Kontrollgang!

Das Gebiet, dass er durchstreifte, lag im Uferbereich des Ussuri im Einzugsgebiet des Amur, einem der immer noch artenreichsten und wertvollsten Ökosysteme dieser Erde!

Dabei setzte er vorsichtig die Hinterpfoten genau in die Spurabdrücke der Vorderpfoten. Er trat dabei so leise auf, dass in Regel kein Tier, geschweige denn ein Mensch, davon auch nur einen Hauch von Geräusch mitbekam.

Lediglich die hungrigen Krähen die ihm oft folgten, bekamen es manchmal nicht hin- ruhig zu bleiben, je nachdem wie hungrig sie gerade waren.

Sein weiches Winterfell mit den schwarzbraunen Streifen über den darunter liegenden orangen, deckenartig anmutenden Colorationen, verschmolz mit der breiten Palette an Herbstfarben des Restlaubs der im Schnee stehenden Sträucher und mit den Farbtupfern der herabhängenden Äste der Mischwaldbäume.

Die unglaubliche Stille wirkte absurd, angesichts der unglaublichen Kräfte die in Assumi steckten, diese 320 kg gebündelten Muskeln, Sehnen und Knochen, die nur darauf warteten, wie eine angespannte Feder entlastet zu werden, die Krallen auszufahren und die riesigen Fangzähne des gewaltigen etwa 50 cm langen Kopfes in die Beute zu schlagen.

Die bernsteingelben Augen glitzerten leicht in der Morgensonne, die den Schnee, den Wald und alle darin befindlichen Lebewesen streichelte wie eine warme Hand.

Assumi musste dennoch immer auf der Hut sein, da in seinem Revier auch die letzten Braunbären vor dem Winterschlaf sowie eine Leopardin mit zwei halbwüchsigen Jungen von Zeit zu Zeit umherstreiften.

Natürlich genoss er den Respekt aller anderen Tiere dieses Urwaldähnlichen Ökosystems, musste aber auch damit rechnen, dass die anderen Predatoren seine Schleichtouren gewollt oder ungewollt- dann und wann- stören konnten.

Daher bemühte er sich mit höchster Effizienz seiner Beute hinterher zu wandern, denn dies war das Gebot der Stunde bei dem hohen Energiebedarf, den er als das Spitzenraubtier noch dazu ohne Winterschlaf hier decken musste…

2.)Anreise ins Tigerreservat

Ich war im Rahmen einer Reise über Wladiwostok nach Terney im Primorski Kraj unterwegs.

Von dort aus ging es mit Geländewagen weiter in den Nationalpark Sichote Alin. Dies ist das größte Schutzgebiet im Sichote-Alin-Gebirge im fernen Osten Russlands. Es wurde im Jahr 1935 gegründet und bedeckt eine Fläche von 4014 Quadratkilometern. Das Reservat ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbe-Gebietes Sichote-Alin, das 2001 in die Liste aufgenommen wurde.

Anatoly Lommonosow einer der älteren Ranger im Schutzgebiet nahm mich in Terney am Regionalflughafen in Empfang und erläuterte mir den Schutzstatus und die Probleme mit der Erhaltung des Sibirischen Tigers sehr genau.

Nach Übernachtung in Terney fuhren wir mit einem umgebauten Urallaster der russischen Armee in das Sichote Alin Gebirge hinein.

Etwa 50 km östlich von Terney gab mit Anatoly die vorher abgestimmte Möglichkeit die Tiger mit Kamera in Ruhe zu beobachten. Was dann passierte raubt mir bis heute den Verstand.

Er stellt mir einen geschützten Beobachtungsstand in der Nähe eines Seitenarmes des Amur dem Ussuri zur Verfügung Vier Wochen könnte ich mich da selbstständig aufhalten.

Verpflegung, Sattelitentelefon und ein AK 47 Gewehr sowie eine 45 Magnum- Pistole mit ausreichend Munition waren vorhanden.

Ich hatte vor, einen aktuellen Bericht über den sibirischen Tiger zu erstellen und an einschlägige weltweit aufgelegte Naturschutzmagazine zu verkaufen .

Anatoly empfahl mir verschiedenen Aussichtskanzeln für meine Fotoerkundungen

Diese waren verschließbar und in gewissem Grade raubtiersicher.

In der zweiten Woche konnte ich dann auch hervorragende Fotoserien von einen ca. 320 kg schweren Tigermännchen machen dem ich den Namen Assumi gab.

Anatoly der selbst von den Tschuktschen abstammte glaubte dass die Tiger einen verzaubern können und ich solle ab und über das Satellitentelefon Kontakt zu ihm oder meinen Freunden und meiner Freundin herstellen um dieser Zauberkraft der Tiger widerstehen zu können.

Ich lachte über diesen Quatsch, schließlich waren wir alle polytechnisch gebildet und atheistisch erzogen.

Ich hatte nun übrigens nimmer die zwei Waffen mit und ausreichend Munition sowie ein schweres Bowiemesser bei mir.

3.Unerwartete Episode mit Assumi

In der dritten Woche beobachtete ich am Geröllufer des Ussuriflusses wieder einmal Assumi umherstreifte um zu fischen oder einen Hirsch oder ein Wildschwein zu jagen.

Es war am Mittwoch in der zweiten Februarwoche 2018.

Als ich den riesigen Tiger in der Morgendämmerung sah, richtete ich aus etwa 10 m Höhe von der von Anatoly errichteten Beobachtungskanzel meine digitale Nikon-Kamera neuester Bauart auf ihn und sah, dass er ca. 20 Minuten in einer Entfernung von ca 50 m von mir entfernt verharrte. Als die Sonne bereit war in Gänze aufzugehen, passierte es:

Nebel stand am Ufer: auf einmal näherte ich mich ohne mich von der Kanzel zu bewegen, optisch immer mehr dem Tiger und hörte ein Raunen so ähnlich wie als würde der Tiger sagen: Sieh es Dir doch an mein Leben. Ich gebe Dir die Möglichkeit, Du brauchst aber keine Kamera!

Ich dachte, das sind bestimmt Halluzinationen vielleicht vom Wodka gestern Abend den ich bei der Kälte noch getrunken hatte.

Dennoch merkte ich, dass meine Seele scheinbar in vielleicht 5 m Höhe über dem riesigen Tier schwebte. Meine Kamera war gerade auf Assumi gerichtet, als ich merkte, dass ich meine Körper nicht mehr spüren konnte- ich schob es auf die Kälte-immerhin waren es noch minus 30 Grad Celsius an diesem Morgen im Februar 2018

Da sah ich in vielleicht 300 m flussaufwärts eine Tigerin in den Ufergebüschen umherlaufen

Nochmal hörte ein Raunen von Assumi so ähnlich wie: Sieh es Dir doch endlich an mein Leben, mit dem Nachsatz: ich werde Dir einmal eine Woche meine Tigergestalt geben.

4.Trancezustand

In dieser Situation merkte ich: wie wirklich mein Geist scheinbar in den Tigerkater Assumi überging.

Was dann passierte: war so dicht, dass ich es nur lyrisch ausdrücken kann.

Mein Geist sprang auf Assumi über,

der grad betört stark flehmte.

wie ein flirrend Nasenstüber

gegen meine Tigernüstern

zogs Pheromon mich rüber

Ich hört mich Brüllen statt flüstern

mein Geist ward eins mit diesem Tiger

Ich scharrte flehmend immer wieder

Mein Schwanz bewegt sich auf und nieder

und schlich nach dieser Tigerin:

mein Rationalverstand war hin!

Die Tigerin kam in die Nähe

erkannte bald mein Brunstgeflehe

schlug mich mit ihren Pranken

Für mich war‘ n‘ s keine Schranken

ich ließ nicht ab von Ihrer Aura

und war hart drin in ihrer Spur

wollt hocherregt ihr danken,

wie üblich mit den Pranken

Scheinbar von oben sah ich dann

wie ich die schöne Katze nahm

mein männlich geiler Körper

ihr‘ n Rücken fest umarmt

von hinten wie in Trance

macht kalten Morgen warm!

80 mal am Tag

von Hinten aufgesprungen

es gab hier keinen Ausweg

nur in sie eingedrungen!

Mein Denken war zerstoben

-Alles was vorher war

wollt nur noch liebend toben

begattend Tigerstar!

In Trance so eine Woche

die Tigerin mich führte

mein Geist im Tigerkater

nur Triebe jetzt noch spürte!

Ich war dem Spiel ergeben

die Kamera war weg

Die ganze Landschaft um uns

ein Riesen- Liebesbett!

Alles war vergessen

nur nackt im Tigerfell

wir brauchten nichts zu fressen

verließen nie die Stell!

Die Tigerin die schmuste

und raunt mich fordernd an

So, n Vulkan der Gefühle

verändert mich als Mann!

Was für eine Wandlung

die mich extrem verwirrte!

Nichts blieb mehr beim Alten

der Tigergott nicht irrte!

(Auszug aus einer begonnenen Geschichte)

Gastbeitrag:© Jack S.

Quelle Foto 1 oben

Quelle Foto 2 unten

Quelle Foto 3 unten

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